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Wohlbefinden

Wann zur Gynäkologin? Beschwerden, die abgeklärt gehören

Eine ehrliche Liste: was warten kann, was nicht, und wie man das Gespräch in der Praxis so vorbereitet, dass es etwas bringt.

30. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit · Redaktion
Helles Wartezimmer einer Praxis mit Pflanzen und Zeitschriften

Viele Frauen gehen einmal im Jahr zur Kontrolle und sonst nie. Dazwischen liegen Monate, in denen sie Beschwerden beobachten, googeln, abwarten. Manches darf man abwarten. Manches nicht. Diese Liste soll die Entscheidung leichter machen.

Zeitnah abklären, innerhalb von Tagen

  • Blutungen nach dem Sex
  • Blutungen nach der Menopause, also nach mehr als zwölf Monaten ohne Regel
  • Sehr starke Blutungen, bei denen stündlich eine Binde oder ein Tampon gewechselt werden muss
  • Starke, plötzliche Unterbauchschmerzen, vor allem einseitig
  • Fieber mit Unterbauchschmerzen oder übel riechendem Ausfluss
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen mit Blut im Urin
  • Ein tastbarer Knoten in der Brust, eingezogene Brustwarze, Absonderung aus der Brustwarze
  • Ausbleibende Regel bei möglicher Schwangerschaft und Schmerzen

In den nächsten Wochen abklären

  • Zyklen, die regelmässig kürzer als 21 oder länger als 35 Tage sind
  • Zwischenblutungen über mehrere Zyklen
  • Juckreiz, Brennen oder Ausfluss, der sich verändert hat und länger als eine Woche anhält
  • Schmerzen beim Sex, die neu sind oder zunehmen
  • Wiederkehrende Blasenentzündungen, mehr als zwei pro Halbjahr
  • Trockenheit und Reizung im Intimbereich, die Pflege nicht bessert
  • Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen, die den Alltag einschränken
  • Neue Hautunreinheiten mit unregelmässigem Zyklus, verstärkter Behaarung oder Haarausfall
  • Ungewollte Gewichtsveränderung von mehr als fünf Kilo

Was in die Jahreskontrolle gehört

  • Alles, was in den letzten zwölf Monaten anders war als zuvor
  • Fragen zur Verhütung, zum Kinderwunsch oder zu den Wechseljahren
  • Familiengeschichte: Brustkrebs, Eierstockkrebs, Osteoporose, Thrombosen
  • Medikamente und Präparate, auch pflanzliche

So bereitet man das Gespräch vor

Gynäkologinnen haben im Schnitt zehn bis fünfzehn Minuten. Diese Zeit nutzt, wer vorbereitet kommt.

Beschwerden aufschreiben. Seit wann, wie oft, wie stark, was hilft, was verschlimmert. Ein Zyklustagebuch der letzten drei Monate ist Gold wert.

Das wichtigste Anliegen zuerst. Nicht am Ende beim Anziehen erwähnen, sondern als ersten Satz: «Ich bin heute hier, weil ich seit drei Monaten Schmerzen beim Sex habe.»

Fragen mitbringen. Was könnte es sein, was können wir tun, was passiert, wenn wir nichts tun, wann sollte ich wiederkommen.

Nachfragen. Wer etwas nicht verstanden hat, fragt. Wer sich nicht ernst genommen fühlt, sagt das oder wechselt die Praxis. Das ist kein Affront, sondern Selbstverantwortung.

Was nicht nötig ist

Sich zu schämen. Es gibt keine Beschwerde im Intimbereich, die eine Gynäkologin nicht schon hundertfach gehört hat. Trockenheit, Lustlosigkeit, Geruch, Juckreiz, Inkontinenz: alles Alltag in der Praxis. Der schwierigste Teil ist meist der erste Satz. Danach wird es leicht.

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